Ein Toilettenstuhl – oft Nachtstuhl genannt – gibt Sicherheit und Selbstständigkeit zurück, wenn der Weg zur Toilette zu weit oder zu unsicher ist. Diese Kaufberatung erklärt die Varianten und worauf Sie beim Kauf achten sollten.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Nachtstuhl steht in Bettnähe und hat einen herausnehmbaren Eimer.
- Armlehnen und die richtige Höhe erleichtern das Aufstehen.
- Fahrbare Modelle mit Rollen brauchen Feststellbremsen.
- Dusch- und Toilettenstühle sind wasserfest und in Dusche wie WC nutzbar.
- Ein herausnehmbarer Eimer mit Deckel erleichtert die Hygiene.
Inhalt
- Toilettenstuhl oder Toilettensitzerhöhung?
- Die Varianten im Überblick
- Komfort, Höhe und Armlehnen
- Hygiene und Reinigung
- Kosten und Krankenkasse
- Häufige Fragen
Toilettenstuhl oder Toilettensitzerhöhung?
Beide erleichtern den Toilettengang, aber unterschiedlich:
- Toilettensitzerhöhung: wird auf die vorhandene Toilette gesetzt und erhöht deren Sitzfläche.
- Toilettenstuhl: ein eigenständiger Stuhl mit Eimer, der frei im Raum aufgestellt werden kann – ideal, wenn die Toilette schlecht erreichbar ist oder ein Sitzplatz in Bettnähe gebraucht wird.
Die Varianten im Überblick
- Standard-Nachtstuhl: feststehend, mit Armlehnen und Eimer.
- Fahrbarer Toilettenstuhl: mit Rollen und Feststellbremsen, leicht zu verschieben.
- Dusch- und Toilettenstuhl (2-in-1): wasserfest, in Dusche und über der Toilette nutzbar – praktisch bei wenig Platz.
Komfort, Höhe und Armlehnen
Die Sitzhöhe sollte so eingestellt sein, dass die Füße flach stehen und das Aufstehen leichtfällt. Feste, oft abschwenkbare Armlehnen geben Halt und erleichtern das seitliche Umsetzen, etwa vom Rollstuhl. Ein gepolsterter Sitz ist bei längerer Nutzung angenehmer. Achten Sie auf die maximale Belastbarkeit.
Hygiene und Reinigung
Ein herausnehmbarer Eimer mit Deckel und glatte, abwischbare Oberflächen erleichtern die Reinigung. Leeren und reinigen Sie den Eimer regelmäßig. Manche Modelle bieten Deckel und Spritzschutz für mehr Hygiene.
Kosten und Krankenkasse
Einfache Toilettenstühle sind häufig ab etwa 60 bis 90 Euro erhältlich; hochwertige, fahrbare oder gepolsterte Modelle kosten mehr. Toilettenstühle sind im Hilfsmittelverzeichnis gelistet und können bei einer ärztlichen Verordnung von der Krankenkasse bezuschusst werden; meist fällt nur die gesetzliche Zuzahlung an (10 Prozent, mindestens 5, höchstens 10 Euro). Dieser Weg über Arzt, Rezept und Sanitätshaus ist nicht identisch mit dem Direktkauf. Klären Sie die Voraussetzungen vorab mit Arzt und Krankenkasse.
Häufige Fragen
Was ist ein Nachtstuhl?
Nachtstuhl ist eine gängige Bezeichnung für einen Toilettenstuhl, der nachts in Bettnähe steht. Er hat einen herausnehmbaren Eimer und ermöglicht den Toilettengang, ohne den oft unsicheren Weg zur Toilette gehen zu müssen.
Was ist der Unterschied zwischen Toilettenstuhl und Toilettensitzerhöhung?
Eine Toilettensitzerhöhung wird auf die vorhandene Toilette gesetzt und erhöht deren Sitzfläche. Ein Toilettenstuhl ist ein eigenständiger Stuhl mit Eimer, der überall aufgestellt werden kann – etwa nachts im Schlafzimmer.
Fahrbar oder feststehend – was ist besser?
Fahrbare Modelle mit Rollen lassen sich leicht verschieben, etwa vom Bett ins Bad. Wichtig sind Feststellbremsen, damit der Stuhl während der Nutzung sicher steht. Feststehende Modelle sind meist etwas stabiler und günstiger.
Wie reinige ich einen Toilettenstuhl hygienisch?
Ein herausnehmbarer Eimer mit Deckel und glatte, abwischbare Oberflächen erleichtern die Reinigung. Leeren und reinigen Sie den Eimer regelmäßig; viele Modelle lassen sich einfach abnehmen und ausspülen.
Übernimmt die Krankenkasse einen Toilettenstuhl?
Toilettenstühle sind im Hilfsmittelverzeichnis gelistet und können bei ärztlicher Verordnung von der Krankenkasse bezuschusst werden; meist fällt nur die gesetzliche Zuzahlung an. Klären Sie die Voraussetzungen mit Arzt und Krankenkasse.
Quellen und weiterführende Informationen
- Verbraucherzentrale – Pflege zu Hause
- § 61 SGB V – Zuzahlungen (gesetze-im-internet.de)
- Hinweise der Hersteller zu Pflege und Reinigung
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder pflegerische Beratung.